Sonntag, 24. November 2019

Was ist digital an Währung?

Immer wieder taucht in den Medien das Schreckgespenst einer digitalen Währung auf, welche eine private Firma kontrolliert. Dabei kommt es aber leider immer zu einer groben Begriffsverwirrung.

Eine digitale Währung besitzen und benutzen wir bereits. Wir alle!
Denn das was wir in unseren Taschen tragen – egal ob es sich um Euro, Dollar oder sonst was handelt – ist real keineswegs mehr vorhanden. Das Zettelchen ist nur der Zugriffscode für einen fiktiven, digitalen Wert in einem globalen Tauschsystem das auf keinerlei realen Werten mehr basiert. Ok, keinerlei ist übertrieben. Von der 20-Euro-Note sind immerhin noch etwa 2 Euro durch reale Werte wie Wirtschaftsanlagen, Bodenschätze , Fahrzeuge und ähnlichem gedeckt. Dieser Wert ist allerdings variabel, denn unterschiedliche Währungen haben unterschiedliche reale Deckungen. Die restlichen 80 Prozent des Werts sind aber völlig fiktiv und bestehen nur auf Grund von übernommenen Vereinbarungen und Ansichten. Schulden, die gegen Schulden an Schuldner geschuldet werden.
Der große Unterschied zu Lyra und Co besteht einerseits in der Chain-Technologie, welche die Rückverfolgung aller Transaktionen ermöglicht und in der Tatsache, dass die Menge an vorhandener Versprechen von unbekannten, privaten Konsortien kontrolliert wird und nicht mehr nur von unbekannten, oligarchisch kontrollierten Konsortien. Was den Mächtigen (Wirtschaftsoligarchien) die Möglichkeiten der Kontrolle und Beeinflussung beschneidet.
Kontrollverlust und Rückverfolgbarkeit von Geldflüssen (welche im Nanosekundentakt um die Welt fließen) kann nicht im Sinne der tonangebenden Strukturen sein. Andererseits bietet ein Netzwerk aus einer Vielzahl von Währungen interessante Möglichkeiten zur Verschleierung und Bereicherung.
Schließlich ist der Hauptzweck der Währung die Vermehrung von (fiktiven) Geldwerten und nicht die Entwicklung von Technologien, die Verbesserung der Lebens- und Leistungsbedingungen, nicht die Expansion des Einflussbereiches und nicht die Entwicklung der Welt. Geld will nur eines: Mehr Geld.

Samstag, 10. August 2019

Du bist schlecht

„Wie wir Ihren Unterlagen entnehmen müssen, sind die bisherigen Verkaufszahlen Ihrer im Eigenverlag erschienenen Werke keineswegs überzeugend. Wir müssen daher von der Prüfung Ihres neuen Manuskriptes Abstand nehmen.“

Immerhin eine Antwort – auch wenn die Aussage „du bist schlecht weil du bisher nichts verkauft hast“ auf mich ein wenig skurril wirkt. Aber Aussagen von Verlagen haben mich immer schon irritiert. Sofern ich überhaupt Antworten bekommen habe.
Wahrscheinlich lag der Fehler bei mir. Denn ich habe versucht mit meinem gesamten Zyklus bei einem Verlag unter zu kommen. Das sind inzwischen 7 Bücher, die schon über BooksOnDemand erhältlich sind und noch mindestens zwei, die dazu kommen werden.
Und wenn ich mir so manches von damals in die Hand nehmen, dann bin auch ich fest davon überzeugt, dass man es noch mindestens 98 Mal überarbeiten muss.

Andererseits möchte ich ja, dass meine Geschichten auch als e-book erhältlich sind und, dass sie 'on Demand' gedruckt werden. Also nur dann, wenn tatsächlich eine Bestellung vorliegt. Mich erschrecken schon die Berge von Büchern in den Geschäften. Was in Lagern herum liegt, das jagt mit den kalten Schauer über den Rücken.
Vielleicht bin ich auch wirklich schlecht. Wenn mein letztes Buch gelobt wird mit den Worten, es sei nicht ganz so schwierig zu lesen wie die anderen, dann ist der Gedanke nicht abwegig.

Aber ich empfinde es als notwendig, dass ich meine Geschichte erzähle. 
Weil es sonst keiner tut.

Montag, 18. März 2019

GEGEN-WART - das neue Buch ist da


Ein Krimi aus Wien.
Einfach eine Kriminalgeschichte.
Also, so einfach, wie meine Sachen halt sind ...

... bei Amazon

Die Freiheit Europas

Bei uns in Westeuropa, zum Beispiel, steht die Freiheit offiziell hoch im Kurs. Nur gemahnt sie mich unwillkürlich an jene arme Verwandte, der wir in gewissen bürgerlichen Familien begegnen. Die Verwandte ist verwitwet, sie hat ihren naturgegebenen Beschützer verloren. Also hat man sie aufgenommen, ihr ein Dachstübchen zugewiesen und ihr Zutritt zur Küche gewährt. Zuweilen zeigt man sie sonntags in Gesellschaft vor, um zu beweisen, dass man der Tugendhaftigkeit nicht entbehrt und kein Unmensch ist. Aber im übrigen, und insbesondere bei feierlichen Gelegenheiten, ist sie gebeten, die Klappe zu halten. Und wenn ein zerstreuter Polizist sie auch ein bisschen in dunklen Ecken vergewaltigt, macht man kein Aufhebens davon; sie ist noch ganz andere Dinge gewöhnt, vor allem vom Hausherren, und schließlich lohnt es sich nicht, deswegen Scherereien mit der Obrigkeit zu kriegen.

So sprach Albert CAMUS 1953 ...

... und seine Worte haben 2019 nicht an Gewicht verloren.

Sonntag, 13. Januar 2019

Nach Wien?

Nun, wenn der österreichische Bundeskanzler sagt, dass „die Menschen in Wien, die in der Früh nicht aufstehen können oder wollen, Mindestsicherung bezieht“ - dann wäre das doch durchaus ein Grund nach Wien zu übersiedeln.
Und ich erfülle auch all die Voraussetzungen, welche der Herr Bundeskanzler im Interview anführt:
  • Ich komme des Morgens nicht oder nur sehr schwer auf um Arbeiten zu gehen.
  • Zumindest zwei meiner Großeltern stammen aus einer Gegend welche heute nicht mehr zu Österreich gehört, also bin ich eine „Person mit Migrationshintergrund“.
Mehr noch: Da ich im Waldviertel geboren bin und es dort keine Jobs gab, bin ich nach Wien gegangen um zu arbeiten. Also bin ich, in den Augen des Herrn Kurz, auch der typische Wirtschaftsflüchtling.
Zumindest habe ich keine Wienerin geheiratet. Sonst könnte man mir auch noch vorwerfen, ich hätte den Wienern eine Frau weggenommen. Aber das gehört auch mehr zum Sprachgebrauch des Herrn Vizekanzlers.

Wer jetzt glaubt, es wäre ein Tiefpunkt erreicht, wenn der Chef einer gewählten Regierung die Bevölkerung beschimpft, welche er eigentlich vertreten sollte, dann sage ich – wartet ab. Dass geht noch viel tiefer. Die kommenden Monate und Jahre werden es zeigen.

Was ich noch nicht so ganz verstehe: Der Bundeskanzler sagt, dass die Bezieher der Mindestsicherung nicht so leben sollen, wie er es selbst tut. Warum nicht?

Dienstag, 1. Januar 2019

Erster Jänner

Silvester – Jahreswechsel – Neujahr – Jahresende – oder - Árslok, wie die Isländer sagen.
Ein fixer Punkt in einem Zyklus an dem ich mich jedes Mal frage, ob diese Menschen nicht doch zu dumm sind.
Maschinengewehrgarben knattern durch die Nacht, das Heulen von Flakgeschützen schneidet dazwischen. Dann das bestätige Wummen der Mörser. Und immer wieder flackert Sperrfeuer aus unzähligen Gewehren auf.
Nein, ich befinde mich nicht in einem Kriegsgebiet sondern mitten in Europa und ich staune wieder einmal darüber, dass gerade den Menschen, die am friedlichsten leben, der Klang des Krieges so wichtig ist. Denn das ist es für mich, der Klang des Krieges. Das Lied des Wahnsinns, die Stimme des Todes.
Ein Hand voll Menschen, ein paar Milliarden, ergötzen sich am Ohren und Sinn betäubenden Spektakel – Tausende Milliarden anderer Wesen stehen stumm und starr von Schreck und Angst und Unverständnis daneben und verstehen diese Welt (der Menschen) nicht.
Man kann die Feiern zum Jahreswechsel nicht verbieten. Zu groß wäre der wirtschaftliche Schaden. Und der Wirtschaft muss es gut gehen. Um jeden Preis. Das sieht deutlich, wer die Programme der Regierungen für das nächste Jahr betrachtet.
Wenn es dieser Wirtschaft gut geht – dann verdienen ein paar wenige sehr viel mehr. Und viel kommen über die Runden. Und sehr viele kommen unter die Räder.

Ich erinnere mich noch an eine Zeit, in der ein Mann sagen konnte: „Überlege nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern überlege, was du für dein Land tun kannst!“ - und er würde dafür nicht in ein Irrenhaus gesteckt. Damals.
Heute lautete die einzige Devise: „Ich, ich, ICH will mehr, mehr, MEHR!“
Und sie klingt aus den Schlössern der Konzernchefs ebenso wie aus den Mietburgen des Mittelstandes wie aus den Protestlagern der Gelbwesten, aus den Unterschlüpfen der illegal Beschäftigten, aus den Flüchtlingsbooten, aus den Zufluchten der Terroristen und aus den Wärmestuben der Obdachlosen.

Auch wenn mir der Untergang dieser Menschheit seit Langem klar vor Augen stand, so schmerzt er mich doch. Ein wenig aus Selbstmitleid, weil es jetzt heißt den Niedergang mit all seinem Chaos und Tod und Elend abwarten zu müssen um dann diese mühsame Arbeit wieder von Neuem beginnen zu können.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Würde ich eine gelbe Weste tragen ...

… dann würde ich wohl anfangen ein wenig in die Zukunft zu sehen.
Gut, man hat viel erreicht in Frankreich. Ansehen, Verlässlichkeit und Staatsfinanzen sind beschädigt. Weihnachtsgeschäft für viele Händler ein Fiasko und der Tourismus eingebrochen.
Belgien, Portugal, die Niederlande kopieren die Bewegung.
So weit, so gut. Gut? Ja, gut!
 
Die Polizei ist inzwischen so mürbe, dass nur mehr Dienst nach Vorschrift gemacht wird und es kann nicht mehr lange dauern, bis man dort sich weitgehend von den Straßen zurück zieht.
Wenn jetzt die Feiertage kommen – und das Chaos auf den Straßen zunimmt. Wenn etwa die Versorgung der Bevölkerung in die Knie geht, weil LKW-Fahrer streiken, Straßen mit Blockaden gesperrt werden oder die Treibstoffversorgung der Tankstellen schwierig wird – dann wird die Bevölkerung erst recht aufschreien. Dann wird sie aufstehen und sich geschlossen gegen die Unfähigkeit der Regierenden stellen.
Dann wird es Bürgerwehren geben, die (wie aus dem Nichts?) die Straßen übernehmen und für Ruhe und Ordnung sorgen. Regionale Verbände, welche die Versorgung sicher stellen
Und koordinieren wird dies eine neue Jeanne d’Arc – vielleicht Marie LePen.
Die Wahl der Regierung wird hinfällig, weil Macron bewiesen hat, dass er und seine Bewegung unfähig sind. Weil bewiesen wurde, dass einzig die Front Nazional in der Lage ist das Überleben der französischen Bürger zu sichern.
 
Auch weit links stehende Gelbwesten werden erkennen müssen, dass die Bevölkerung in erster Linie Sicherheit und Ruhe wünscht. Dass Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit durchaus akzeptabel sind, wenn so die Versorgung gesichert wird.
Und dass jedem Bürger das eigene Überleben weit wichtiger ist, als hochfliegende Ideale abgehobener Idealisten.