Der schwarze Kater aus dem dunklen Nordwald sitzt auf der Mauer und sieht verwundert in die Welt.
Montag, 18. März 2019
GEGEN-WART - das neue Buch ist da
Ein Krimi aus Wien.
Einfach eine Kriminalgeschichte.
Also, so einfach, wie meine Sachen halt sind ...
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Die Freiheit Europas
Bei uns in Westeuropa, zum Beispiel, steht die Freiheit offiziell hoch im Kurs. Nur gemahnt sie mich unwillkürlich an jene arme Verwandte, der wir in gewissen bürgerlichen Familien begegnen. Die Verwandte ist verwitwet, sie hat ihren naturgegebenen Beschützer verloren. Also hat man sie aufgenommen, ihr ein Dachstübchen zugewiesen und ihr Zutritt zur Küche gewährt. Zuweilen zeigt man sie sonntags in Gesellschaft vor, um zu beweisen, dass man der Tugendhaftigkeit nicht entbehrt und kein Unmensch ist. Aber im übrigen, und insbesondere bei feierlichen Gelegenheiten, ist sie gebeten, die Klappe zu halten. Und wenn ein zerstreuter Polizist sie auch ein bisschen in dunklen Ecken vergewaltigt, macht man kein Aufhebens davon; sie ist noch ganz andere Dinge gewöhnt, vor allem vom Hausherren, und schließlich lohnt es sich nicht, deswegen Scherereien mit der Obrigkeit zu kriegen.
So sprach Albert CAMUS 1953 ...
... und seine Worte haben 2019 nicht an Gewicht verloren.
Sonntag, 13. Januar 2019
Nach Wien?
Nun,
wenn der österreichische Bundeskanzler sagt, dass „die Menschen in
Wien, die in der Früh nicht aufstehen können oder wollen,
Mindestsicherung bezieht“ - dann wäre das doch durchaus ein Grund
nach Wien zu übersiedeln.
Und
ich erfülle auch all die Voraussetzungen, welche der Herr
Bundeskanzler im Interview anführt:
- Ich komme des Morgens nicht oder nur sehr schwer auf um Arbeiten zu gehen.
- Zumindest zwei meiner Großeltern stammen aus einer Gegend welche heute nicht mehr zu Österreich gehört, also bin ich eine „Person mit Migrationshintergrund“.
Mehr
noch: Da ich im Waldviertel geboren bin und es dort keine Jobs gab,
bin ich nach Wien gegangen um zu arbeiten. Also bin ich, in den Augen
des Herrn Kurz, auch der typische Wirtschaftsflüchtling.
Zumindest
habe ich keine Wienerin geheiratet. Sonst könnte man mir auch noch
vorwerfen, ich hätte den Wienern eine Frau weggenommen. Aber das
gehört auch mehr zum Sprachgebrauch des Herrn Vizekanzlers.
Wer
jetzt glaubt, es wäre ein Tiefpunkt erreicht, wenn der Chef einer
gewählten Regierung die Bevölkerung beschimpft, welche er
eigentlich vertreten sollte, dann sage ich – wartet ab. Dass geht
noch viel tiefer. Die kommenden Monate und Jahre werden es zeigen.
Was
ich noch nicht so ganz verstehe: Der Bundeskanzler sagt, dass die
Bezieher der Mindestsicherung nicht so leben sollen, wie er es selbst
tut. Warum nicht?
Dienstag, 1. Januar 2019
Erster Jänner
Silvester
– Jahreswechsel – Neujahr – Jahresende – oder - Árslok, wie
die Isländer sagen.
Ein
fixer Punkt in einem Zyklus an dem ich mich jedes Mal frage, ob diese
Menschen nicht doch zu dumm sind.
Maschinengewehrgarben
knattern durch die Nacht, das Heulen von Flakgeschützen schneidet
dazwischen. Dann das bestätige Wummen der Mörser. Und immer wieder
flackert Sperrfeuer aus unzähligen Gewehren auf.
Nein,
ich befinde mich nicht in einem Kriegsgebiet sondern mitten in Europa
und ich staune wieder einmal darüber, dass gerade den Menschen, die
am friedlichsten leben, der Klang des Krieges so wichtig ist. Denn
das ist es für mich, der Klang des Krieges. Das Lied des Wahnsinns,
die Stimme des Todes.
Ein
Hand voll Menschen, ein paar Milliarden, ergötzen sich am Ohren und
Sinn betäubenden Spektakel – Tausende Milliarden anderer Wesen
stehen stumm und starr von Schreck und Angst und Unverständnis
daneben und verstehen diese Welt (der Menschen) nicht.
Man
kann die Feiern zum Jahreswechsel nicht verbieten. Zu groß wäre der
wirtschaftliche Schaden. Und der Wirtschaft muss es gut gehen. Um
jeden Preis. Das sieht deutlich, wer die Programme der Regierungen
für das nächste Jahr betrachtet.
Wenn
es dieser Wirtschaft gut geht – dann verdienen ein paar wenige sehr
viel mehr. Und viel kommen über die Runden. Und sehr viele kommen
unter die Räder.
Ich
erinnere mich noch an eine Zeit, in der ein Mann sagen konnte:
„Überlege nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern
überlege, was du für dein Land tun kannst!“ - und er würde dafür
nicht in ein Irrenhaus gesteckt. Damals.
Heute
lautete die einzige Devise: „Ich, ich, ICH will mehr, mehr, MEHR!“
Und
sie klingt aus den Schlössern der Konzernchefs ebenso wie aus den
Mietburgen des Mittelstandes wie aus den Protestlagern der
Gelbwesten, aus den Unterschlüpfen der illegal Beschäftigten, aus
den Flüchtlingsbooten, aus den Zufluchten der Terroristen und aus
den Wärmestuben der Obdachlosen.
Auch
wenn mir der Untergang dieser Menschheit seit Langem klar vor Augen
stand, so schmerzt er mich doch. Ein wenig aus Selbstmitleid, weil es
jetzt heißt den Niedergang mit all seinem Chaos und Tod und Elend
abwarten zu müssen um dann diese mühsame Arbeit wieder von Neuem
beginnen zu können.
Mittwoch, 19. Dezember 2018
Würde ich eine gelbe Weste tragen ...
… dann
würde ich wohl anfangen ein wenig in die Zukunft zu sehen.
Gut, man hat viel erreicht in Frankreich. Ansehen, Verlässlichkeit und Staatsfinanzen sind beschädigt. Weihnachtsgeschäft für viele Händler ein Fiasko und der Tourismus eingebrochen.
Gut, man hat viel erreicht in Frankreich. Ansehen, Verlässlichkeit und Staatsfinanzen sind beschädigt. Weihnachtsgeschäft für viele Händler ein Fiasko und der Tourismus eingebrochen.
Belgien,
Portugal, die Niederlande kopieren die Bewegung.
So weit, so gut. Gut? Ja, gut!
So weit, so gut. Gut? Ja, gut!
Die Polizei ist inzwischen so mürbe, dass nur mehr Dienst nach Vorschrift gemacht wird und es kann nicht mehr lange dauern, bis man dort sich weitgehend von den Straßen zurück zieht.
Wenn jetzt die Feiertage kommen – und das Chaos auf den Straßen zunimmt. Wenn etwa die Versorgung der Bevölkerung in die Knie geht, weil LKW-Fahrer streiken, Straßen mit Blockaden gesperrt werden oder die Treibstoffversorgung der Tankstellen schwierig wird – dann wird die Bevölkerung erst recht aufschreien. Dann wird sie aufstehen und sich geschlossen gegen die Unfähigkeit der Regierenden stellen.
Dann wird es Bürgerwehren geben, die (wie aus dem Nichts?) die Straßen übernehmen und für Ruhe und Ordnung sorgen. Regionale Verbände, welche die Versorgung sicher stellen
Und koordinieren wird dies eine neue Jeanne d’Arc – vielleicht Marie LePen.
Die Wahl der Regierung wird hinfällig, weil Macron bewiesen hat, dass er und seine Bewegung unfähig sind. Weil bewiesen wurde, dass einzig die Front Nazional in der Lage ist das Überleben der französischen Bürger zu sichern.
Auch weit links stehende Gelbwesten werden erkennen müssen, dass die Bevölkerung in erster Linie Sicherheit und Ruhe wünscht. Dass Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit durchaus akzeptabel sind, wenn so die Versorgung gesichert wird.
Und dass jedem Bürger das eigene Überleben weit wichtiger ist, als hochfliegende Ideale abgehobener Idealisten.
Mittwoch, 25. Juli 2018
Das Beamtentum und die Gesellschaft
Es
war so zirka damals, als die Handelshäuser erstarkten, die Bürger
gebildeter wurden und die Herrschenden immer panischer, dass das
Beamtentum eingeführt wurde.
Personen,
die den Herrschenden helfen sollten das Land zu verwalten und
gleichzeitig darauf zu achten hatten, dass sich diese Herrschenden
nicht (über Maßen) an der Bevölkerung bereicherten.
Um
dies zu erreichen sah man darauf, dass diese Beamten einigermaßen
verdienten um nicht bestechlich zu sein - aber nie all zu gut um
keinen Neid zu erregen. Andererseits musste man sie vor der Willkür
der Herrschenden durch Unkündbarkeit schützen, um sie nicht
manipulierbar zu machen.
Eine
Klasse von Priestern des Allgemeinen Wohlstandes zu schaffen, die
jedermanns Fortkommen im Auge hatte, das war ein interessantes
soziologisches Projekt und eine Phantasie, die eindeutig dem Weltbild
des 'reifen und von Natur aus gerechtem Menschen' der Aufklärung
geschuldet war.
Dass
trotz aller Sorgfalt Menschen käuflich sind, oder unter Druck
gesetzt werden können, das bewiesen die Generationen, die darauf
folgten.
Wohl
in seiner reinsten Verkörperung findet sich der pflichtbewusste
Beamte noch in der Person von Franz-Josef von Habsburg-Lothringen,
seines Zeichens 'Kaiser von Österreich und erster Beamter und Diener
des Staates'.
Ab
dem beginnenden 20. Jahrhunderts (dem Beginn des Antropozäns?)
wurden die Massen selbstbewusster und die Wächter ihres Wohlstandes
immer mehr zu Witzfiguren, Hassbildern oder verknöcherten
Verhinderern der Entfaltung.
Interessant
für mich ist, dass gerade im Zeitalter der wirtschaftlichen
Stagnation der Ruf nach dem Abbau 'der Beamten' immer lauter wird.
Und immer mehr mitgetragen wird von den Menschen, die eigentlich im
Schutz des Beamtentums stehen. Das Streben nach „mehr Privat –
weniger Staat“ mag einigen wenigen nützen, der Masse der Menschen
läuft diese Bewegung aber zuwider. Denn 'die Wirtschaft' ist ein vom
menschlichen Leben abgehobenes System, das schon lange nicht mehr
dazu dient um den Menschen zu versorgen. Wenn es denn je dessen Sinn
war.
Ist
die Menschheit vergleichbar mit einem Virus, der den Körper des
Planeten befällt und ihn aussaugt, so ist die Wirtschaft darin das
Krebsgeschwür dessen einziges Interesse ungehindertes Wachstum ist.
Was den Wirtskörper unweigerlich vernichten muss.
Tendenzen
zu einer 'sozialen Marktwirtschaft' zu kommen waren ebenso halbherzig
wie erfolglos.
Die
Struktur des Staates so wie die Funktion der Beamten war es – in
der Idee – die Menschheit durch Regeln und Schranken vor dem
Übermaß zu schützen und die Entwicklung in nachhaltige Bahnen zu
lenken.
In
dieser Gesellschaft, in der Menschen in prekären Jobs denen unter
Mindestlohn die Überstunden neiden und die, die ohne Job von der
Gemeinschaft versorgt werden laut und eifersüchtig darüber wachen,
dass niemand Neuer dazu kommt – in dieser Gesellschaft hat das
'Traumbild des unendlichen Wachstums' über den gesunden
Menschenverstand gesiegt und die Gesellschaft taumelt in weiten
Schleifen der Eskalation zwischen Börsenblase, Neiddebatte und
ängstlicher Vermeidung der Kooperation einem neuen, nationalen Chaos
entgegen.
Dass
jedem Untergang ein neuer Aufschwung folgen wird – folgen kann,
wenn die Zerstörung nicht all zu groß ist – das mag für die
Menschen des 21. Jahrhunderts nur ein schwacher Trost sein.
Dienstag, 26. Juni 2018
Warum Europa die Flüchtlinge so fürchtet
Das
Gefühl liegt irgendwo zwischen dem applaudierenden Gutmenschen und
der panischen Familie, die sich in ihrem Haus verschanzt.
Die
Asylpolitik schwankt zwischen Merkel und Macorn – die am Liebsten
alle Flüchtlinge in Jobs stecken würden um das BIP zu erhöhen –
und zwischen Seehofer und Orban – die am Liebsten alle Flüchtlinge
vor die Grenzen stellen würden. Und gleich noch ein paar mit, die
schon länger hier und unbequem sind.
Die
Medien pendeln zwischen dem arbeitsscheuen Sozialschmarotzer, der von
unseren Steuern lebt und dem gierigen Kontrahenten, der uns unseren
Job wegnimmt.
Alles
Bilder, die Angst schüren.
Mal
abgesehen davon, dass all dies tatsächlich stimmt – und alles
falsch ist. Weil es „den Flüchtling“ eben so wenig gibt wie „den
Deutschen“ - aber es gibt tatsächlich EINEN Punkt, an dem sich die
Flüchtlinge von den Europäern unterscheiden.
Was
man über alle Flüchtlinge gleichermaßen sagen kann, ist, dass sie
geflüchtet sind. Der Grund kann unterschiedlich sein, doch Angst um
ihr Leben, Angst davor, sein Leben nicht ausleben zu können, Angst
um sein wirtschaftliches Fortkommen ist immer ein Grund. Sie alle
sind geflüchtet, weil sie dort, wo sie waren, nicht so leben
konnten, wie sie es wollten. Also haben sie die Initiative ergriffen,
sind das Risiko eingegangen und haben sich einer vollkommen neuen
Situation gestellt.
Initiative
ergreifen!
Risiken
eingehen!
Sich
Herausforderungen und neuen Situationen stellen!
Das
alles kann „der Europäer“ (und auch „die Europäerin“!) kaum
mehr. Ja, wenn man sich die Gutmenschen und die Panikschieber
ansieht, so erkennt man zumeist, dass die Menschen mit der meisten
Angst jene sind, welche auch in ihrem Leben den Status Quo
verherrlichen und 'nur nichts ändern' wollen. 'Soll nur nicht
schlechter werden, als es ist' – so die gängige, österreichische
Aussage.
Von
'besser werden' keine Rede.
Die
Angst vor dem Flüchtling ist also – es tut mir leid – in erster
Linie das Unbehagen über die eigenen Unfähigkeit und Trägheit. Die
Angst davor, sich dem Wettbewerb zu stellen, eine Herausforderung
anzunehmen und sich auf neue Situationen einstellen zu müssen.
All
dies wären Qualitäten, die Europa im internationalen Wettstreit
dringend benötigen würde, während China unsere Wirtschaft langsam
unterwandert, russische Oligarchen Entscheidungsträger aufkaufen und
die USA sich immer mehr in den Schmollwinkel zurück zieht. Da müsste
Europa selbst aufstehen, Präsenz und Initiative zeigen. Doch Europa
wird polnisch, versteckt sich in weihrauchgeschwängerten Kirchen und
lässt nicht nur die christliche Caritas vor geschlossenen Türen
verrecken.
Aber
die Tore Europas werden nicht geschlossen bleiben.
Und
weil eine unkontrollierte Einreise ebenso dumm ist wie der Ausverkauf
von Wissen und Technologie, wird das Ergebnis der „Flüchtlingskrise“
sein müssen, dass die Europäer sich von ihren fetten Hintern
erheben und selbst wieder Risiken eingehen, Initiative zeigen und
sich der Situation stellen.
Weil
es nicht reicht im Fernsehsessel zu sitzen. Weil wir danach streben
müssen, besser zu werden, wenn wir unseren Status halten wollen.
Unbequem?
Ja, vielleicht.
Notwendig?
Ja, sicher!
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